Aliens können gut in einem parallelen Universum existieren, neue Studien finden

Sollte die Suche nach außerirdischem Leben in unserem Universum leer ausgehen, könnte es sich lohnen, stattdessen auf ein benachbartes Universum zu schauen.

Laut einer neuen Studie in der Zeitschrift "Monthly Notices" der Royal Astronomical Society besteht die realistische Chance, dass lebensfördernde Planeten in einem Paralleluniversum existieren könnten - selbst wenn dieses Universum von dunkler Energie zerrissen würde.

Die Vorstellung, dass unser Universum nur eines von vielen, vielleicht unendlichen, anderen Universen ist, wird als Multiversum-Theorie bezeichnet. Wissenschaftler dachten früher, dass solche Paralleluniversen, wenn sie existieren, extrem strenge Kriterien erfüllen müssten, um die Bildung von Sternen, Galaxien und lebensfördernden Planeten zu ermöglichen, wie sie in unserem eigenen Universum vorkommen. [5 Gründe, warum wir in einem Multiversum leben können]

In der neuen Studie führten die Forscher eine massive Computersimulation durch, um neue Universen unter verschiedenen Startbedingungen zu bauen. Sie fanden heraus, dass die Bedingungen für das Leben ein bisschen breiter sein könnten als bisher angenommen - besonders wenn es um den mysteriösen Sog dunkler Energie geht.

Dunkle Energie

Dunkle Energie ist eine mysteriöse, unsichtbare Kraft, die in den leeren Räumen unseres Universums existiert. Du könntest darüber nachdenken als die Erznemese der Schwerkraft; während die Schwerkraft die Materie näher zusammenzieht, schleudert dunkle Energie sie auseinander - und dunkle Energie gewinnt dieses kosmische Tauziehen praktisch.

Unser Universum expandiert nicht nur dank des ständigen, unsichtbaren Vorstoßes dunkler Energie, sondern die Geschwindigkeit dieser Expansion wird auch jeden Tag schneller und schneller. Es wird angenommen, dass, wenn mehr leerer Raum im Universum erscheint, noch mehr dunkle Energie ihn füllt. (Dunkle Energie ist nicht dasselbe wie dunkle Materie, die eine reichlich vorhandene, unsichtbare Form von Materie ist, von der angenommen wird, dass sie für einige sehr seltsame Gravitationsphänomene im Raum verantwortlich ist.)

Wissenschaftler wissen nicht genau, was dunkle Energie ist oder wie sie funktioniert; manche denken, dass es eine intrinsische Eigenschaft des Raumes ist - was Einstein die kosmologische Konstante nannte - während andere es einer fundamentalen Kraft namens Quintessenz zuschreiben, mit eigenen dynamischen Regeln. Andere sind nicht einmal damit einverstanden, dass es existiert. Aber was auch immer es ist, jeder kann zustimmen, dass es eine ganze Menge davon gibt: Nach den besten gegenwärtigen Schätzungen können fast 70 Prozent der Massenenergie unseres Universums aus dunkler Energie bestehen.

Diese Menge ist, aus welchem ​​Grund auch immer, im richtigen Bereich, um den Galaxien zu erlauben, zu wachsen und das Leben zu fördern. Es wird angenommen, dass, wenn wir in einem Universum mit zu viel dunkler Energie leben würden, sich der Weltraum schneller ausdehnen könnte, als sich Galaxien möglicherweise bilden könnten. Zu wenig dunkle Energie und ausreißende Schwerkraft könnten dazu führen, dass jede Galaxie in sich zusammenfällt, bevor das Leben jemals eine Chance hatte, zu erscheinen.

Aber die Frage, wie viel dunkle Energie "zu viel" oder "zu wenig" ist, ist ein Diskussionsthema - und diese Frage der Quantität wollten die Autoren der neuen Studien eingrenzen.

Das Leben findet einen Weg

Ein internationales Team von Forschern aus England, Australien und den Niederlanden nutzte ein Experiment namens Evolution and Assembly of Galaxies and environments, um die Geburt, das Leben und den eventuellen Tod verschiedener hypothetischer Universen zu simulieren. In jeder Simulation passten die Forscher die Menge an Dunkler Energie an, die in diesem Universum vorhanden ist, und reichen von keiner bis zu mehreren hundert Mal so viel wie in unserem eigenen Universum.

Die gute Nachricht: Selbst in Universen mit 300-mal so viel dunkler Energie wie wir, hat das Leben einen Weg gefunden.

"Unsere Simulationen haben gezeigt, dass die beschleunigte Expansion, die von dunkler Energie angetrieben wird, kaum Auswirkungen auf die Entstehung von Sternen hat und somit Orte für das Leben entstehen kann", sagte Co-Autor Pascal Elahi, Forscher an der Universität von Western Australia ein Statement. "Selbst wenn man viele hundert Mal die dunkle Energie erhöht, ist das vielleicht nicht genug, um ein totes Universum zu erschaffen."

Das sind gute Nachrichten für Fans außerirdischen Lebens und der Multiversentheorie. Aber eine größere Frage bleibt: Wenn Galaxien noch auf so viel dunkler Energie gedeihen könnten, warum hat unser Universum solch eine scheinbar kleine Menge bekommen?

"Ich denke, wir sollten nach einem neuen Gesetz der Physik suchen, um diese seltsame Eigenschaft unseres Universums zu erklären", sagte Co-Autor Richard Bower, Professor am Institut für Computational Cosmology der Universität Durham, in der Erklärung.

Natürlich ist es leichter gesagt als getan, neue Gesetze der Physik zu finden. Die Wissenschaftler werden nicht einfach aufgeben - aber vielleicht sollten sie, um ihre Wetten abzusichern, auch nach einem Paralleluniversum suchen, wo ein intelligentes Leben es bereits für sie getan hat.

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