47-Million-j├Ąhrige schwangere Stute wirft Licht auf alte Pferde

Als ein durstiges, schwangeres Pferd vor 47 Millionen Jahren aus einem Süßwassersee trank, war ihr nicht bewusst, dass giftige vulkanische Gase zu ihrem plötzlichen Ableben führen könnten. Jetzt zeigen die versteinerten Überreste der Stute und ihres winzigen, ungeborenen Fohlens neue Einsichten in die Fortpflanzung bei alten Pferden, einschließlich überraschender reproduktiver Ähnlichkeiten mit heutigen Pferden, so eine neue Studie.

Forscher fanden das uralte Pferd (Eurohippus messelensis) in der Grube Messel in Deutschland, einem Ort, der für seine gut erhaltenen Fossilien bekannt ist, die aus dem Eozän stammen, vor etwa 57 Millionen bis 36 Millionen Jahren, so die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur.

Die reproduktiven Ähnlichkeiten zwischen alten und heutigen Pferden mag angesichts der Unterschiede in der Größe und Anatomie der Tiere überraschend erscheinen. Die uralte Stute war klein - ungefähr so ÔÇőÔÇőgroß wie ein moderner Foxterrier - und hatte vier Zehen an ihren Vorderfüßen und drei an ihren Hinterfüßen. [Beasts of Burden: Erstaunliche Pferdefotos]

Ein Team des Senckenberg Forschungsinstituts Frankfurt fand das Fossil im Jahr 2000. Doch 2009 untersuchten Jens Lorenz Franzen, Forscher am Senckenberg Forschungsinstitut, und seine Kollegen das Präparat mit einer Mikro-Röntgenaufnahme und fanden exquisite Details zu den Fossilien Oberfläche.

"Es ist großartig erhalten", sagte Franzen Live Science. "Es stellte sich heraus, dass dies ein fast vollständiges und artikuliertes Skelett mit einem Fötus war."

Die Röntgenanalyse zeigte das breite Ligament, eine Struktur, die den Uterus des Pferdes mit dem Rückgrat verbindet und das sich entwickelnde Fohlen unterstützt, sagte Franzen.

Das Röntgenbild zeigte auch Spuren der zerknitterten äußeren Gebärmutterwand des Tieres, ein Merkmal, das auch heute noch bei modernen Pferden vorkommt.

Es ist "außergewöhnlich", ein schwangeres versteinertes Pferd in einem so guten Zustand zu finden, sagte Bruce MacFadden, ein angesehener Professor und Kurator der Wirbeltierpaläontologie an der Universität von Florida, der nicht an der Studie beteiligt war.

"Völlig konservierte Skelette von fossilen Pferden sind selten", sagte MacFadden Live Science. "Normalerweise sind sie fragmentiert und die Knochen sind alle dissoziiert. Wenn Sie ein Skelett mit einem erhaltenen Fohlen darin finden, deutet dies auf eine außergewöhnliche Konservierung hin, die normalerweise nicht in den Fossilien gefunden wird."

Das Skelett der Stute ist eines von vielen Fossilien, die Forscher in den Ölschiefern in der Grube Messel entdeckt haben. Seit etwa 1900 haben Forscher im Steinbruch Dutzende von Fossilien gefunden, darunter auch die von Paarungsschildkröten, Motten und Eidechsen.

Es ist möglich, dass giftige vulkanische Gase einige dieser Tiere töteten, die auf dem Grund des Sees versanken und in seine schlammigen Sedimente eingebettet wurden. Diese Körper zerfielen dann, als anaerobe Bakterien ihre Haut, Muskeln und andere Weichteile zersetzten.

Dieser Prozess half jedoch auch, diese Tiere zu erhalten. Die Bakterien produzierten Kohlendioxid, das im Wasser des Sees vorhandenes Eisen ausfällte, sagte Franzen. Die Bakterien versteinerten langsam und bildeten einen dünnen bakteriellen Rückstand, der das weiche Gewebe abbildete. Jetzt können Forscher diese Weichgewebe-Überreste als Bilder auf dem versteinerten Knochen sehen.

"Die Bakterien haben sehr und auf wunderbare Weise geholfen", sagte Franzen. Wenn sie die Stute mit dem hochauflösenden Röntgenbild betrachten, können die Wissenschaftler die "Spitzen der Haare der äußeren Ohren sehen - sogar das Innere, wie Blutgefäße, werden in einigen Fällen sichtbar", sagte er.

Der Fötus sei wahrscheinlich kurz vor dem Ende, als seine Mutter starb, da er Milch oder Babyzähne vollständig entwickelt hatte, sagten die Forscher. Aber die Position des Fohlens - auf dem Kopf stehend, anstatt auf der rechten Seite - deutet darauf hin, dass es und seine Mutter während der Wehen nicht gestorben sind.

Die Ergebnisse wurden am Donnerstag (6. November) auf der Jahrestagung 2014 der Gesellschaft für Paläontologie der Wirbeltiere in Berlin vorgestellt.

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