Warum versteckte 'Darknets' fĂŒr Attacken elastischer sind als das Internet

Darknets - die oft seemännischen Gegenstücke des Internets, die nur durch spezielle Programme zugänglich sind, die dazu beitragen, Privatsphäre und Anonymität zu gewährleisten - könnten gegenüber Angriffen weitaus widerstandsfähiger sein als das Internet, findet eine neue Studie heraus.

Darknets sind Computernetze versteckter Dienste. Das beliebteste Darknet, und das, was die meisten Leute denken, ist das Tor-Netzwerk. Dieses Netzwerk ist berüchtigt für schmutzige Aktivitäten wie Drogenverkäufe und Pädophilenringe, obwohl es auch respektablere Anwendungen hat, wie zum Beispiel den Schutz von Journalisten vor repressiven Regimes und die Unterstützung der Polizei beim Stechen.

Forscher des U.S. Naval Research Laboratory und der Defense Advanced Research Projects Agency haben ursprünglich die Kernprinzipien von Tor in den 1990er Jahren entwickelt. Das Ziel von Tor war, die Regierungskommunikation online zu schützen, und die US-Regierung und andere helfen Tor weiterhin bei der Finanzierung dieses Tages. [Wie groß ist das Internet wirklich?]

Der oft illegale Charakter von Aktivitäten im Tor-Netzwerk hat dazu geführt, dass Websites Angriffe darauf hinstellen, sie herunterzufahren oder die Anonymität ihrer Nutzer zu gefährden. In einer neuen Studie wollten Wissenschaftler in Spanien mehr darüber erfahren, wie dieses Schlüssel-Darknet funktioniert und Wie belastbar war es gegenüber Angriffen im Vergleich zum Internet.

Die Forscher analysierten, wie etwa 5.000 bis 6.000 Knoten - im Wesentlichen Webseiten - im Tor-Netzwerk zwischen 2013 und 2015 mit etwa 275.000 bis 2 Millionen Verbindungen verbunden waren. Anschließend verglichen sie diese Strukturen mit etwa 46.000 bis 50.000 Knoten im Internet während dieser Zeit um etwa 195.000 bis 221.000 Verbindungen verbunden.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass das Internet ein Rückgrat von Knotenpunkten hat, die eng miteinander verbunden sind. Diese Art von Sammlung von Hubs wird als "reicher Club" bezeichnet, da sie Gruppen wie den Alumni-Organisationen der Ivy League ähneln, die ihren Mitgliedern helfen, sich miteinander zu verbinden. Frühere Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass ähnliche "reiche" Neuronenvereine wahrscheinlich dazu beitragen, dass das menschliche Gehirn höhere mentale Funktionen orchestriert, und dass das Versagen solcher Verbindungen zu Problemen wie der Alzheimer-Krankheit führen könnte.

Im Gegensatz dazu fehlte dem Tor-Netzwerk ein reicher Club. Grundsätzlich ist das Internet ein zentralisiertes Netzwerk, das das Ausführen und Suchen nach Online-Diensten erleichtert, während Tor ein sehr dezentrales Netzwerk ist.

"Das Internet ist darauf ausgelegt, Geschwindigkeit und Leistung zu maximieren, während das Darknet die Anonymität maximiert", sagte Studienleiter Manlio De Domenico, Physiker an der Universität Rovira i Virgili in Tarragona, Spanien.

Die dezentrale Natur des Tor-Netzwerks macht es jedoch weitaus zielgenauer und gezielter als das Internet, so die Forscher. Im Gegensatz dazu kann das Ablehnen von Mitgliedern des reichen Clubs des Internets das gesamte System destabilisieren. Zum Beispiel stellten sie fest, dass das Internet ungefähr 90 Prozent seiner Knoten benötigte, um weiter zu arbeiten, während das Tor-Netzwerk noch funktionieren konnte, selbst wenn ein zufälliger Fehler 40 Prozent seiner Knoten auslöschte.

"Diese Robustheit im Darknet ist aufregend, weil es eine emergente Eigenschaft dieses Systems ist - es wurde nicht für diesen Zweck entwickelt", sagte De Domenico gegenüber Live Science.

Diese Ergebnisse legen nahe, dass selbst ausgeklügelte Attacken ein Darknet nur langsam demontieren können, stellten die Forscher fest. "Mehr Forschung wird erforderlich sein, um zu verstehen, wie man diese Art von vernetztem System besser angreifen kann", sagte De Domenico.

De Domenico und sein Kollege Alex Arenas, ebenfalls von der Universität Rovira i Virgili, haben ihre Ergebnisse am 27. Februar in der Zeitschrift Physical Review E ausführlich beschrieben.

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